Warum ist das Thema Fassadendämmung in den letzten Jahren immer wichtiger geworden? Ganz einfach: Wenn ein Haus nicht ausreichend isoliert ist, nützen alle anderen Energiesparmaßnahmen kaum etwas, denn die wertvolle Wärme verflüchtigt sich einfach durch die Wände nach draußen. Diese Verluste machen einen großen Teil der Heizkosten aus. Ältere Häuser und schlecht isolierte Neubauten strahlen kostbare Heizungswärme nach außen ab und kosten die Bewohner deshalb jeden Winter bares Geld. Weil Innendämmungen oft problematisch sind, bietet sich zur energetischen Modernisierung eine Fassadendämmung an. Genau deshalb wird diese immer wichtiger. Grund genug, uns etwas genauer mit diesem Thema zu beschäftigen.
Was ist eine Fassadendämmung überhaupt?
Bei einer nachträglichen Wärmedämmung der Fassade wird eine Kombination von isolierenden und schützenden Materialien auf die Fassade aufgebracht und mit Putz oder Klinker verkleidet. Die Wirkung solcher sogenannten Wärmedämmverbundsysteme kann man sich vorstellen, als stecke das komplette Gebäude in einer wärmenden Jacke. Die Heizungswärme bleibt dadurch im Haus und geht nicht verloren. Ergebnis: Rund 18 % der Heizenergie kann durch einen solchen Wärmeschutz eingespart werden. Zudem wird diese Art der Sanierung staatlich gefördert – doppelt gut für den Geldbeutel des Hausbesitzers!
Dämmstoffe im Vergleich
Bei fast 80 Prozent aller Fassadendämmungen in Deutschland wird aus Kostengründen das günstige Polystyrol verwendet, auch bekannt als Styropor. Das Material ist sehr günstig, hat eine gute Dämmwirkung und ist nahezu unverrottbar. Bei allen Dämmstoffen, die zur Verminderung der Schimmelbildung mit Bioziden versehen sind, besteht jedoch eine erhebliche Belastung der Umwelt durch ausgewaschene Giftstoffe. Ein Austausch der Dämmplatten steht nach spätestens 30 bis 50 Jahren an. Die Entsorgungskosten sollten deshalb in die Bilanz der energetischen Sanierung einbezogen werden. Auch Folgekosten durch Ausbesserungen von Schäden stellen einen Posten in der Kalkulierung dar.
Umweltfreundlicher, aber auch teurer sind Dämmplatten auf Mineralbasis. Sie sind im Gegensatz zu Polystyrol vollständig recyclebar. Übrigens: Sorgen um die Optik muss sich keiner machen. Egal welche Dämmstoffe verwendet werden – nach außen lassen sich diese durch verschiedene Materialien verkleiden, etwa durch spezielle Putze oder durch Wellbleche u. Ä.
Vorteile eines Wärmedämmverbundsystems
Ein großer Vorteil der nachträglichen Fassadendämmung durch ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) ist, dass die Bewohner während der Bauarbeiten in ihren Wohnungen bleiben können. Außerdem können Häuser so kostengünstig und ohne Kernsanierung zu einem geringeren Energieverbrauch gebracht werden. Angenehm ist zudem, dass die neue Fassade nicht nur im Winter isoliert, sondern auch als Schallschutz fungiert und im Sommer Hitze abhält. Die Innenräume bleiben dann angenehm kühl.
Eine fachgerecht durchgeführte Fassadendämmung senkt obendrein das Schimmelrisiko, denn Feuchtigkeit sammelt sich vor allem an ungedämmten Wänden, die im Winter an der Innenseite stark abkühlen. Das wiederum begünstigt die Bildung von Schimmelpilzen. Mit einer Dämmung steigt automatisch die Innenwandtemperatur der Außenwand, wodurch einer Schimmelbildung aktiv vorgebeugt wird.
Tipp: Damit sich Feuchtigkeit erst gar nicht bilden kann, empfiehlt es sich in Neubauten und energetisch sanierten Häusern, eine Lüftungsanlage einzubauen. Diese sorgt nicht nur für ein angenehmes Raumklima, sondern spart dank Wärmerückgewinnung auch noch Heizkosten.
Kann jede Fassade nachträglich gedämmt werden?
Die Fassadendämmung ist grundsätzlich für jede Fassadenart geeignet, unabhängig vom Alter des Hauses. Eventuelle Verklinkerungen oder Verkleidungen müssen für die Sanierungszwecke entfernt werden. Lohnenswert ist diese Art zu dämmen vorrangig für ältere Häuser, bei denen eine Kernsanierung zu aufwendig wäre.
Über verschiedene Fördermaßnahmen sowohl im kommunalen Bereich als auch bundesweit lassen sich die Kosten für eine Fassadendämmung effektiv senken. Wichtigster Ansprechpartner ist hier die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die ihrerseits verschiedene Förderprogramme bereithält.
Alternativen zur Fassadendämmung
Eine Alternative zur Fassadendämmung ist die Begrünung des Gebäudes, bei der entweder ein spezielles Pflanzgitter angebracht oder die Fassade direkt zum senkrechten „Garten“ umgebaut wird. Die „grüne Alternative“ erbringt in Tests erstaunlich gute Isolationswerte, ist natürlich und im sorgt für ein angenehmes Raumklima. Allerdings darf der hohe Pflegeaufwand nicht unberücksichtigt bleiben.













