Die Gastronomie befindet sich im Wandel und wird digitaler. Auch künstliche Intelligenz zieht in die Gaststätten ein. Zudem sind Nachhaltigkeit und Transparenz Themen, die an Bedeutung gewinnen. Dies beeinflusst nicht nur die Vorgänge in der Küche, sondern auch die Raumkonzepte für Gaststätten. Denn die Gäste erwarten ein ganzheitliches Erlebnis, das all ihre Sinne anspricht. Deshalb setzen Inneneinrichter und Innenarchitekten auf flexible Raumkonzepte sowie auf Farbkonzepte und Emotionalität.
Nachhaltigkeit in modernen Gaststätten
Die Gastronomen dieser Zeit haben längst erkannt, in welche Richtung die Zukunft geht. Sie setzen auf innovative Raumkonzepte, bei denen die Nachhaltigkeit und natürliche Materialien einen hohen Stellenwert einnehmen. Die tristen urbanen und seelenlosen Gaststätten verwandeln sich in grüne Oasen.
Vertikale Gärten – Raumteiler und Lebensmittelversorger
Pflanzen nehmen jedoch viel Raum ein. Dieser Platz ist oft nicht vorhanden, denn die Begrünung der Gaststätten darf die Arbeitsabläufe und die Laufwege nicht behindern. Die Lösung dafür ist die Höhe der Räume und Außenwände. Diese nutzen die Betreiber der Gaststätten, um vertikale Gärten im Innen- und Außenbereich anzulegen. Sie bieten eine beruhigende Kulisse. Zusätzlich verbessern sie die Raumluft, denn Pflanzen produzieren Sauerstoff und filtern Schadstoffe.
Vertikale Gärten eignen sich, um einzelne Bereiche im Gastraum von den anderen zu separieren. Statt auf kahle Wände oder fantasielose Vorhänge setzen die modernen Gastronomen auf grüne, lebende Wände. Zwischen diesen fühlt sich der Gast wie in einem grünen Garten. Künstlerisch begabte Gastronomen oder Innenarchitekten können ihre Kreativität bei der Gestaltung der vertikalen Gärten ausleben. Denn durch die Auswahl und die Anordnung der Pflanzen entstehen faszinierende visuelle Effekte.
Vertikale Gärten machen es möglich, dass Köche die Kräuter und das Gemüse nicht mehr im Großmarkt kaufen müssen, sondern platzsparend am und im Gebäude anbauen. Cocktailtomaten, Salate, Radieschen, Rosmarin und Minze kommen fortan erntefrisch auf den Teller. Um dieses Konzept noch nachhaltiger zu machen, integrieren die Architekten Bewässerungssysteme mit Regenwassernutzung.
Authentische und umweltbewusste Atmosphäre durch natürliche Materialien aus der Region
In Deutschlands Gaststätten zeigen Gastronomen, dass sie ihre ökologische Verantwortung ernst nehmen. Die Einrichtung besteht deshalb vorwiegend aus natürlichen Materialien wie organischen Textilien, Naturstein und recyceltem Holz. Zu beobachten ist, dass sich die Gastronomie vermehrt auf Materialien aus der Region und lokale Handwerkskunst besinnt. In den Gaststätten sind deshalb vermehrt Produkte aus nahen Töpfereien, Schmieden und Korbflechtereien zu finden.
Emotionale Raumgestaltung für Gaststätten
Farben schaffen Emotionen und Atmosphäre. Zudem können Sie den Umsatz in den Gaststätten steigern. Denn bestimmte Farbkombinationen beeinflussen den Appetit und lassen die Gäste mehr konsumieren und länger verweilen. Diesen Effekt bewiesen wissenschaftliche Studien.
Die Farben in einer Gaststätte sollten deren Stil entsprechen. Für moderne Raumkonzepte eignen sich Blau- und Grüntöne. Dagegen schaffen warme Erdtöne Behaglichkeit. Gemütlich eingerichtete Gaststätten präsentieren sich deshalb in Terrakotta, Ocker und Siena.
Flexibel und funktional – Raumkonzepte, die den Umsatz erhöhen
Hat die Gaststätte nur abends geöffnet, weil das bisherige Raumkonzept nichts anderes zulässt, entgehen dem Betreiber Gewinne. Deshalb setzen Gaststättenbetreiber auf flexible Raumkonzepte und auf Multifunktionalität.
Setzt der Betreiber modulare Gastronomiemöbel ein, verwandelt sich der Gastraum in kurzer Zeit in ein gemütliches Café, in das die Gäste am Morgen einkehren. In der Mittagszeit zieht die Gaststätte als Business-Lunch-Location Kundschaft an. Am Abend dient sie als Restaurant und Gesellschaftsraum sowie als Treffpunkt für Vereine.
Möglich ist dies durch eine durchdachte Möbelwahl. Ein wichtiger Bestandteil der neuen Einrichtung sind mobile Raumteiler, die es erlauben, einzelne Bereiche an die Gruppengrößen anzupassen. Zudem bieten Stapelstühle und höhenverstellbare Tische ein hohes Maß an Flexibilität.
In Loungebereichen können die Gäste der modernen Gaststätten auf niedrigen Sesseln und Sofas entspannen. Ist der Gastraum mit reichlich Steckdosen und WLAN ausgestattet, zieht er Freiberufler an, die ihre Arbeit in Co-Working-Bereichen angehen.
Da gleichzeitig verschiedene Gruppen mit verschiedenen Zielen angesprochen werden, muss die Akustik stimmen. Deshalb nehmen schallabsorbierende Materialien einen hohen Stellenwert ein. Dazu gehören Teppiche, Stoffe und Akustikpaneele.
Digitalisierung und künstliche Intelligenz in Gaststätten
Das Bild moderner Gaststätten hat sich stark gewandelt. Wo früher nur Tische und Stühle standen und Speisekarten in gedruckter Form auf den Tischen lagen, gibt es heute interaktive Tische. Über Touch-Displays geben die Gäste ihre Bestellungen direkt auf. Die Speisekarte ist über QR-Codes zu lesen. KI-gestützte Chatbots werden eingesetzt, um Wartezeiten zu umgehen. Zudem geben sie Antworten auf häufig gestellte Fragen.
Für Gaststätten wird es immer wichtiger, sich außergewöhnlich und fotogen zu zeigen. Denn ihre Gäste erhalten sie nicht mehr durch Zeitungsannoncen und Mundpropaganda. Wer seine Kundschaft vergrößern möchte, kommt nicht darum herum, das Marketing auf Websites und Social-Media-Plattformen auszuweiten.
Ein bedeutendes Beispiel ist Instagram. Dort präsentieren Gaststätten ihre einzigartigen Konzepte. Der potenzielle Gast hat die Möglichkeit, sich vorab über das Angebot und die Raumgestaltung zu informieren. Weil die Konkurrenz nicht schläft, sind Ideen gefragt. Die Gaststätten zeigen beispielsweise mit Stolz ihre faszinierenden Beleuchtungskonzepte. Spektakuläre Deckenkonzepte sind zu bewundern, und manch ein Gastronom, der auf das grüne Raumkonzept mit vertikalen Gärten setzt, hofft, mit seinen Fotos neue Gäste anzulocken und bekannter zu werden.
Das Abomodell – eine moderne Methode der Kundenbindung
Mithilfe der Digitalisierung locken Gaststätten neue Kunden an. Doch diese gilt es zu halten. Hier kommt der neue Trend in der Gastronomie – das Abomodell – zum Einsatz. Stammgäste zahlen einen bestimmten monatlichen Betrag und erhalten dafür beispielsweise vergünstigte Gerichte, Gratisbeilagen oder Getränke. Der Gastronom kann dadurch besser planen und bindet durch das Abonnement seine Kunden.
Fazit
Herkömmliche Gaststätten ziehen niemanden vom Sofa hoch. Gefragt sind innovative Raumkonzepte, die zeigen, dass der Gastronom mit der Zeit geht. Gäste legen Wert auf Nachhaltigkeit, einfache Bestellvorgänge durch Digitalisierung, kurze Wartezeiten und Flexibilität. Bei der Umgestaltung darf die Seele des gastronomischen Betriebes nicht verloren gehen. Die Gaststätte soll Emotionen wecken und Geschichten erzählen.











