Viele Studenten haben es in den letzten Jahren gemerkt: Das klassische BAföG als Finanzierung für das Studium ist immer schwerer zu bekommen. Ergo sind Alternativen gefragt, zum Beispiel ein Studienkredit. Doch ist dieser mit dem altbekannten BAföG zu vergleichen? Und welche Vor- und Nachteile bietet er? Die Antworten gibt es hier.
Was ist ein Studienkredit?
Ein Studienkredit – auch Studentendarlehen genannt – dient vorrangig zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten sowie der Studiengebühren während eines Studiums. Die bekannteste Form eines Studentendarlehens ist das erwähnte „Berufsausbildungsförderungsgeld – kurz „BAföG“ genannt. Dieses hat die Aufgabe, insbesondere bei Studenten, die von ihren Eltern aufgrund der finanziellen Situation keine Hilfe bei der Finanzierung des Lebensunterhalts während des Studiums zu erwarten haben, mit finanziellen Mitteln zu helfen.
Bis vor wenigen Jahren war es für die meisten Studenten kaum ein Problem, für einen anerkannten Studiengang an einer staatlichen Hochschule BAföG zu beantragen und schließlich auch zu erhalten. Zwar gab es auch zu dieser Zeit schon Studentendarlehen, diese wurden jedoch meist für die Finanzierung von Studiengängen an privaten Hochschulen verwendet, bei denen die Studiengebühren in der Regel ein Mehrfaches von denen öffentlicher Hochschulen betrugen.
Seit jedoch die Studiengebühren in Deutschland grundlegend reformiert wurden und in diesem Zuge allerorts kräftig anstiegen, reicht das BAföG in der Regel zur Finanzierung des Studiums kaum noch aus. Zudem schwinden die staatlichen Mittel immer mehr, so dass nur noch ein geringer Anteil der Studenten in den Genuss einer Förderung mittels BAföG kommt.
Die Banken erkannten schnell diese Marktlücke und entwickelten alternative Modelle zur Finanzierung des Studiums. Die Rede ist hierbei von Studienkrediten. Als einer der Vorreiter für diese Maßnahme gilt die Deutsche Bank. Weitere Kreditinstitute folgten in der Vergangenheit diesem Beispiel, darunter auch öffentliche Finanzgeber, wie beispielsweise die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KFW. Mehr dazu gleich.
Wer vergibt einen Studienkredit?
Der älteste und vielerorts bekannteste Studienkredit ist das sogenannte Studienabschlussdarlehen, das von der Darlehenskasse des Deutschen Studentenwerks e.V. bereits seit über 80 Jahren angeboten wird. Dieses Darlehen dient jedoch nicht der Finanzierung des gesamten Studiums, sondern wendet sich vorrangig an Studenten in der Abschlussphase ihres Studiums. Da die Examensvorbereitung besonders viel Zeit erfordert und der Student daher in der Regel nur wenig nebenbei arbeiten gehen kann, soll das Darlehen ihm dabei helfen, in der Abschlussphase seine Lebenshaltungskosten zu finanzieren.
Ein weiterer bekannter Darlehensgeber für Studienkredite ist die bereits angesprochene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Im Gegensatz zum ersten hier beschriebenen Studentendarlehen wendet sich dieses Angebot vor allem an Studenten in niedrigen Semestern, die quasi das gesamte Studium damit finanzieren möchten. Sie vergibt im Rahmen ihres Programms „KfW-Studienkredit“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank Darlehen in Höhe von 100 bis 650 Euro monatlich, abhängig vom jeweiligen Semester. Wie lange dieses Darlehen ausgezahlt wird, hängt mit der Höhe der monatlichen Beträge zusammen.
Vor- und Nachteile von Studentendarlehen
Vergleicht man die hier angesprochenen Studentendarlehen mit dem altbekannten BAföG, fällt sofort auf, dass das BAföG deutlich günstiger ist, da es sich hierbei nur zu 50 Prozent um ein Darlehen handelt, die restlichen 50 Prozent muss der Student nicht mehr zurückzahlen. Bei den Darlehen der Kreditinstitute dagegen handelt es sich im Grunde um ganz normale Kredite, die der Student nach Beendigung seines Studiums zu 100 Prozent selbst zurückzahlen muss. Im späteren Beruf, egal ob hochbezahlter Mediziner oder bei AWS Jobs, wirken sich die Rückzahlungsraten dann entsprechend einkommensmindernd aus.
Jeder muss sich also darüber im Klaren sein, dass er sich mitunter für 20 Jahre und mehr durch die Inanspruchnahme des Studienkredites verschuldet. Legt man beispielsweise den Studienkredit der KfW für eine Beispielrechnung zugrunde, bei der der Student die Kredit-Höchstsumme von 650 Euro monatlich über eine Studienzeit von 14 Semestern in Anspruch nimmt, so muss dieser im Anschluss an sein Studium über 25 Jahre jeden Monat rund 350 Euro zurückzahlen. Viele Studenten sind sich gar nicht bewusst, dass solch hohe Summen bei der Nutzung eines Studienkredites zustande kommen können.












