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Minimalistische Wohnungseinrichtung

© Sanoor / stock.adobe.com

Digitaler Minimalismus im Alltag: Strategien für ein stressfreies Leben und Arbeiten

in Heim & Garten
Lesedauer: 3 min.

Wir leben in einer Welt der stetig wachsenden Auswahl. Beispiele gefällig? Wo es früher von den meisten Autoherstellern lediglich 2-4 Modellreihen gab, finden sich heute teilweise 20-25 verschiedene Modellreihen mit hunderten Einzelmodellen zur Auswahl. Früher kauften wir überwiegend in kleinen Supermärkten ein. Dort gab es etwa bei Dosensuppen vielleicht fünf Sorten zur Auswahl. Heute sind die Märkte riesig, man steht vor einem Regal mit 30 verschiedenen Sorten an Dosensuppen und kann sich nicht entscheiden.

Genau diese Komplexität beim Treffen von Entscheidungen ist der Grund, warum viele Menschen von der großen Auswahl in allen Bereichen unseres Lebens genervt sind. Sie möchten wieder zurückkehren zum Einfachen. Das gilt übrigens nicht nur für die reale Welt, sondern auch für die digitale. Gerade hier werden wir schier überschwemmt von Angeboten, Apps, Websites, Accounts, Dateien usw. Zeit, etwas aufzuräumen!

Was ist Minimalismus?

In der Architektur ist der Begriff Minimalismus schon seit den 1920er-Jahren sehr geläufig. Die Gebäude zeigten sich in dieser Zeit in der Regel eher kubisch und verzichteten auf fast jedes Dekorationselement. Die Räume erschienen lichtdurchflutet, offen und mit viel Platz zum Atmen. Wenn man in eine entsprechend minimalistisch eingerichtete Wohnung kommt, fallen vor allen die klaren Formen, eine meist kühle Farbgebung und die Beschränkung bei den Möbeln und Designelementen auf das Wesentliche auf.

Minimalisten ticken da in gewisser Weise ähnlich: Auch sie reduzieren ihr persönliches Hab und Gut. Sie analysieren, welche Dinge sie überhaupt zum Leben benötigen und welche sie einfach nicht glücklich machen und daher überflüssig sind. Denn schließlich gilt: Oftmals kontrolliert man nicht die Dinge, sondern die Dinge beherrschen den Menschen! Man muss sich ständig um sie kümmern, sie sauber halten, sortieren und über sie nachdenken. Sie können uns somit Stress bereiten und sogar psychische Belastungen darstellen, die man oberflächlich betrachtet gar nicht bemerkt. Hinzu kommt, dass die stets auf Wachstum ausgelegte Wirtschaft, die Werbung und unser soziales Miteinander dem Menschen ständig nahelegen, dass er noch mehr von allen Dingen benötigt.

Da kommt der Trend zur neuen Einfachheit als Gegenbewegung zum überall vorherrschenden Konsumwahn mehr als recht. Konkret gesagt: Minimalismus, das Reduzieren auf´s Wesentliche in allen Bereichen – im Kleiderschrank, im Videoregal oder im Büro in Ordnern und dem guten alten Hängesammler.

Minimalismus goes digital

Wer seine Habseligkeiten reduziert, wird vermutlich auch schnell damit beginnen, Unterhaltungsmedien wie Fotos, Filme, Musik und Bücher zu digitalisieren oder in anderer Form umzuwandeln. Insbesondere in Deutschland, wo die neue Bewegung zum Minimalismus noch recht jung ist, wurde der Begriff „digitaler Minimalismus“ häufig in diesem Sinne missverstanden.

Natürlich ist dies ein Teilbereich des Ganzen, aber physische Dinge einfach auf die Festplatte zu schieben, ist keine wirkliche Reduktion. Es schiebt die Sucht nach Haben und Erwerben nur solange auf, bis man das nächste Mal den Rechner einschaltet. Der digitale Minimalismus bedeutet viel mehr! Im Wesentlichen unterteilt man ihn in folgende Bereiche:

Hilfsmittel reduzieren

Hier geht es um technische Hilfsmittel. Welche Hardware wird benutzt? Benötigt man wirklich ein Smartphone, ein Tablet, einen E‑Reader und (mehrere) Computer? Kann man nicht vielleicht mehrere Geräte miteinander vereinen und damit weniger Besitz anhäufen? Aber auch die Software gehört dazu. Welche Programme werden wirklich genutzt und welche praktisch nie geöffnet? Vielleicht findet sich auch hier Software, die verschiedene Funktionen miteinander vereint. Oder es gibt eine bessere, die den persönlichen Arbeitsablauf deutlich optimiert.

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Medien digitalisieren und reduzieren

Insbesondere Unterhaltungsmedien können relativ leicht digitalisiert werden. Doch schaut man sich wirklich alle Fotos, Videos etc. regelmäßig an? Gerade bei Musik und Filmen sollte man nur jene Dateien behalten, die wirklich regelmäßig genutzt werden. Schließlich besteht dank Streaming-Diensten fast immer Zugriff, wenn man sie dann doch benötigt.

Die Nutzung optimieren

Nicht nur Dinge, sondern auch die Nutzung an sich kann minimiert werden. Muss man wirklich jede Benachrichtigung oder E-Mail checken? Oder reicht es auch, dies nur einmal am Tag zu tun? Auch das Nutzungsverhalten im Internet sollte überprüft werden. Muss man wirklich auf jeder Plattform angemeldet sein? Welche Webseiten werden regelmäßig besucht? Welche Tätigkeiten im Netz fressen am meisten Zeit und sind dabei im Grunde überflüssig? Hier lässt sich sehr viel optimieren und somit minimieren.

Natürlich ist dies nur ein erster, grober Überblick, was im Hinblick auf den digitalen Minimalismus wichtig ist. Generell gilt jedoch: Er kann eine große Erleichterung und mehr Lebensqualität bringen, egal ob bei Privatnutzern, Selbstständigen oder Freiberuflern.

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