Früher war es üblich, einen Beruf zu erlernen und diesen sein ganzes Leben lang bis zum Eintritt in die Rente auszuüben – idealerweise auch noch im gleichen Unternehmen. Diese Zeiten sind jedoch längst überholt. Heute ist Flexibilität im Berufsleben gefragt, und es ist durchaus üblich, mehrmals im Leben in einen anderen Berufszweig zu wechseln. Teilweise freiwillig, teilweise aufgrund fehlender Aussichten im bisherigen Job.
Gleichwohl wünscht sich sicherlich jeder Berufsanfänger, einen Beruf zu erlernen, der Zukunft hat. Doch welche sind dies? Wir geben einen ersten Überblick.
Berufe im Wandel
Der Wandel unserer Arbeitswelt hat in den vergangenen Jahren viele neue Berufsbilder und Qualifikationen entstehen lassen. Neue Berufe wie Medienberater, Sport- und Fitnesskaufmann, Fachangestellte(r) für Markt- und Sozialforschung, Kauffrau für Tourismus und Freizeit, Fachmann für Systemgastronomie etc. wurden erschaffen und werden in der Wirtschaft in immer stärkerem Maße nachgefragt.
Die neuen Berufe zeichnen sich dadurch aus, dass sie konsequent auf aktuelle Qualifikationswünsche der nordrhein-westfälischen Betriebe nach mehr informationstechnischen Fähigkeiten oder besseren Marketingkenntnissen reagieren. Zudem sind die Qualifikationen flexibler als die alten Ausbildungsrichtungen und umfassen oft vormals getrennte Ausbildungsbereiche. Die neuen Berufe passen sich dem Zeitgeist an – so wie die jungen Leute, die sie erlernen wollen.
Mit den veränderten Kompetenzanforderungen wurden auch die Ausbildungswege breiter gefächert. Neben der klassischen Berufsausbildung in einem Unternehmen mit begleitendem Berufsschulunterricht gibt es diverse weitere Wege, sich in einem Beruf ausbilden zu lassen. Mehr dazu gleich.
Welche Berufe versprechen gute Zukunftsaussichten?
Natürlich ist es schwerlich abschätzbar, welche Berufe und Berufsfelder in der Wirtschaft im Ruhrgebiet und in anderen Wirtschaftsregionen in Deutschland auch noch in vielen Jahren Bestand haben werden. Angesichts einschneidender Veränderungen in unserem aktuellen Leben, etwa durch den Siegeszug der künstlichen Intelligenzen, zeichnet sich jedoch ab, dass Berufsfelder wie etwa das komplette Handwerk in den nächsten Jahren besonders gefragt sein werden. Der Grund: Diese Berufe kann man nicht durch KI ersetzen! Ebenfalls immer wichtiger werden aufgrund der demografischen Entwicklung der Bevölkerung (die Menschen werden immer älter!) fast alle Berufe im Pflege- und Medizinbereich.
Generell ist also davon auszugehen, dass zukünftig alle Berufe gefragt sein werden, die nicht durch Automatisierung bzw. KI ersetzt werden können.
Welche Ausbildungswege sind gefragt?
Neben der klassischen Ausbildung im Betrieb gibt es in Deutschland eine Vielzahl an Wegen, sich beruflich zu qualifizieren. Die wichtigsten davon sind:
Das klassische (Vollzeit-)Studium
Ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule ist der klassische akademische Berufsweg. Hier steht die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet im Vordergrund. Universitäten vermitteln dabei eher theoretisches und forschungsorientiertes Wissen, Fachhochschulen legen mehr Wert auf den Anwendungsbezug. Studenten lernen hier flexibel und eigenverantwortlich, müssen sich aber auch selbst um die Finanzierung kümmern, etwa durch BAföG oder Nebenjobs.
Duales Studium
Das sogenannte Duale Studium kombiniert ein akademisches Hochschulstudium mit festen Praxisphasen in einem Unternehmen. Man erwirbt damit einen Bachelor-Abschluss und sammelt gleichzeitig wertvolle Berufserfahrung. Ein großer Pluspunkt ist die Vergütung, die der Student vom Partnerunternehmen erhält. Die Belastung ist jedoch durch den Wechsel zwischen Theorie und Praxis und die verkürzten Semesterferien höher als beim reinen Studium.
Fernstudium
Ein Fernstudium bietet maximale örtliche und oft auch zeitliche Flexibilität. Die Lerninhalte werden über Online-Plattformen, Videovorlesungen und Studienhefte vermittelt, Präsenztermine fallen nur selten an. Dieser Weg eignet sich besonders für Menschen, die bereits im Berufsleben stehen und sich nebenbei weiterbilden möchten. Allerdings ist ein hohes Maß an Disziplin, Selbstorganisation und Durchhaltevermögen gefragt.
Schulische Ausbildung
Im Gegensatz zur dualen Ausbildung findet die schulische Ausbildung nicht im Betrieb, sondern an staatlichen oder privaten Berufsfachschulen oder Fachschulen statt. Dies ist besonders in Berufen des Gesundheitswesens (z. B. Logopädie), im sozialen Bereich und in Design-Berufen üblich. Praktische Erfahrungen werden hier durch mehrwöchige Praktika gesammelt.
Abiturientenprogramme
Speziell für Absolventen mit Hochschulreife bieten viele Unternehmen eigene Abiturientenprogramme an. In meist nur drei Jahren erwirbt man hier gleich zwei Abschlüsse, zum Beispiel den Kaufmann im Einzelhandel und zusätzlich eine Fortbildung zum Handelsfachwirt. Man steigt damit direkt auf einer höheren Qualifikationsebene ein und wird gezielt auf Führungspositionen vorbereitet.













