Smart Homes werden im Zeitalter der Digitalisierung immer beliebter. Sie bieten Hausbewohnern viele Vorteile, angefangen bei neuen Möglichkeiten der Unterhaltung hin zum automatischen Steuern von Lampen und dem Raumklima. Doch es gibt auch einige Tipps, die jeder beim Umstieg auf ein Smart Home beachten sollte. Die Vernetzung aller smarten Geräte mit dem Internet kann sonst zum IT-Sicherheitsrisiko werden.
Dieser Artikel gibt einen kurzen Überblick zur Entwicklung von Smart Homes in Deutschland und mit welchen Tipps ein noch besseres Erlebnis im eigenen Zuhause möglich ist. So gehen zusätzlicher Komfort und hohe IT-Sicherheit Hand in Hand.
Immer mehr Smart Homes in Deutschland
Einer Umfrage aus dem Jahr 2024 zufolge verfügt bereits die Hälfte aller Haushalte über mindestens ein Smart-Home-Gerät. Besonders beliebt sind intelligente Lampen und Thermostate, aber auch smarte Steckdosen, Staubsaugerroboter und vernetzte Entertainment-Systeme erfreuen sich einer zunehmenden Verbreitung. Sie bieten im Alltag praktische Vorteile.
So sind die Hauptgründe für die zunehmende Vernetzung im Haushalt vor allem Komfort und Lebensqualität sowie höhere Energieeffizienz und Sicherheit. Selbst ältere Generationen erkennen mittlerweile die Vorteile, um dank neuer Technologien länger selbstbestimmt leben zu können. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren noch weiter verstärken.
IT-Sicherheitsbedenken nehmen ebenfalls zu
Leider erhöhen vernetzte Geräte aber auch das Risiko für Cyberangriffe. Kriminelle können sich entweder aus der unmittelbaren Umgebung in ein schlecht abgesichertes Netzwerk einklinken oder Daten über das Internet abfangen. Deswegen rufen Sicherheitsexperten zu besonderer Vorsicht im Smart Home auf, um keine zusätzlichen Einfallstore zu schaffen.
Denn unsichere Verbindungen, fehlende Updates und schwache Passwörter erlauben es Hackern, Daten abzugreifen oder sogar Geräte aus der Ferne zu steuern. So kann im schlimmsten Fall jede private Unterhaltung mitgehört werden. Mit den richtigen Tipps ist aber dennoch hohe IT-Sicherheit möglich – dazu mehr im nächsten Abschnitt.
5 Tipps für mehr Komfort und höhere IT-Sicherheit
1. Welche Geräte sind wirklich notwendig?
Es gibt mittlerweile fast jedes Haushaltsgerät mit smarten Funktionen, doch nicht alle davon sind auch sinnvoll. Vernetzte Kühlschränke und Toaster wirken auf den ersten Blick wie die Zukunft, erweisen sich im Alltag aber eher als hinderlich. Die Bedienung ist umständlich, die Wartung oft kostspielig und der tatsächliche Mehrwert kaum messbar.
Mit Hinblick auf den eigenen Geldbeutel und auf die zusätzliche Komplexität bei der IT-Sicherheit ist es manchmal einfacher, auf bestimmte Geräte bewusst zu verzichten. Viel besser ist es, vorab eine realistische Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Welche smarten Geräte bieten dem eigenen Haushalt einen echten Vorteil und welche eher nicht?
2. Wurde das Netzwerk sicher aufgesetzt?
Smart-Home-Geräte verbinden sich zumeist über den WLAN-Router im Haushalt mit dem Internet. Eine sichere Verschlüsselung mit einem modernen Standard wie WPA2/WPA3 ist hierbei unabdingbar. Die durch den Hersteller gesetzten Passwörter sollten ebenfalls so schnell wie möglich gegen sichere Alternativen ersetzt werden.
Grundsätzlich gilt: Alle Netzwerke, Geräte und Konten sind mit einem starken und einzigartigen Passwort zu sichern. Sollte das zu viel Aufwand im Alltag erzeugen, kann ein praktischer Passwort-Manager bei der Verwaltung helfen. Der Manager generiert auf Wunsch einzigartige Passwörter und kann diese anschließend im verschlüsselten Tresor verwahren.
3. Ist eine zusätzliche Verschlüsselung möglich?
Darüber hinaus kann es auch sinnvoll sein, den WLAN-Router (sofern er diese Funktion unterstützt) oder zumindest alle Geräte mit sensiblen Daten durch ein VPN (virtuelles privates Netzwerk) zusätzlich zu sichern. Auf diese Weise werden alle Übertragungen innerhalb des WLANs verschlüsselt, sodass Geräte sicher miteinander kommunizieren können.
Alternativ lassen sich einzelne Geräte wie Smart-TVs, Computer, Tablets und Handys mit einer VPN-App schützen. Im Internet findet man verschiedene Anbieter, bei denen man einen VPN-Dienst kostenlos herunterladen und testen kann. Meist bekommt man das Geld erstattet, falls man nicht zufrieden ist. So gibt es während der Testphase keinerlei finanzielles Risiko.
4. Sind alle Geräte im Smart Home auf dem neuesten Stand?
Viele Hersteller von billigen Smart-Home-Geräten vernachlässigen das Thema Sicherheit und liefern keine Updates, um selbst bekannte Lücken zu schließen. Das kann vor allem mittel- bis langfristig zur Gefahr werden. Aus diesem Grund sollten Hausbewohner immer zu Geräten von namhaften Herstellern mit langer und transparenter Unterstützung greifen.
Bereitgestellte Sicherheitsupdates, ob neue Software oder Firmware, sind zum nächsten Zeitpunkt zu installieren, um mögliche Gefahren zu minimieren. Ebenso gilt: Sollte ein Hersteller den Support eines Geräts eingestellt haben, kann eine Neuanschaffung empfehlenswert sein. Das kostet zwar etwas Geld, bietet aber im Gegenzug einen besseren Schutz.
5. Wie kann man das Smart Home erweitern?
Es kommen laufend neue Entwicklungen und Technologien hinzu, die das eigene Smart Home sinnvoll erweitern können. Deswegen ist das Smart Home eher als langfristiger Prozess als eine einmalige Umstellung zu sehen. Vor allem auf Messen wie der CES (Consumer Electronics Show) stellen Hersteller gerne ihre neuen Produkte vor.
So konnten Staubsaugerroboter lange Zeit nur trockene Böden saugen, während neueste Modelle sogar eine Wischfunktion integrieren. Wer also immer auf dem neuesten Stand bleiben möchte, muss sich laufend informieren. Anschließend sollte dann immer die folgende Frage zuerst geklärt werden: Bietet das neu entdeckte Gerät einen Mehrwert oder nicht?







